Brauchtumsbezeichnung
Abrüsten
Ereignis
Wehrdienst
Jahreszeit
Ganzjährig
Bezirk
Alle
PLZ
-0
Gemeinde
-
Beschreibung
In fast allen Kasernenorten ist es üblich, den Termin des „Abrüstens“, meist schon einige Zeit vorher, mit einer „Abrüsterparty“ (Güssing) zu feiern. Dabei und am Abrüstungstag selbst setzt man Juxhüte aus Papier oder Stroh auf, die mit Ausschnitten (Pinupfotos) oder Textmontagen (z. B. „Kasern ade!“) aus Illustrierten geschmückt werden.
Die Soldaten einer Kaserne tun sich zusammen und veranstalten – wobei die Kosten auf alle, auch auf die nicht Teilnehmenden, aufgeteilt werden – meist an einem Samstag in einem Gasthof die Party. Sie verpflichten eine Kapelle – entweder eine nur modern, meist aber auch „volkstümlich“ spielende Combo. Zu dieser Tanzveranstaltung werden die eigenen, aber auch „fremde“ Mädchen eingeladen.
Die Abrüsterparty dauert bis zum Morgen – die Soldaten bekommen dafür „Überzeit“. Von den Offizieren und Unteroffizieren sind einige dabei, aber nicht alle und vor allem nicht offiziell. Bekannt ist ja das Bild der Züge, mit denen die Abgerüsteten in ihre Heimatorte fahren – voll ziemlich angeheiterter Burschen, die singen und Scherze treiben, „aufgeputzt“ mit komischen Kopfbedeckungen, Bändern und meist riesigen Scherz-„Auszeichnungen“.
In dem an der steirischen Grenze gelegenen Markt Allhau fand im April 1972 die 17. (!) Abrüsterparty der scheidenden Präsenzdiener einer in Oberwart stationierten Einheit des Bundesheeres statt. Nicht nur die Abrüster tanzen hier zu „heißer Musik“ eine Nacht durch, zahlreiche Jugendliche aus beiden Bundesländern sind ihre Gäste. Ihre „Abrüsterkappen“ mit Sprüchen und Illustriertenausschnitten, die sie sich selber anfertigen, tragen die Burschen bei dieser Party allerdings nicht mehr, sondern nur am Tage des Abrüstens, den sie mit Ulk und Trunk in Oberwarter Gaststätten feiern. – Übrigens stecken sie am Tage der Musterung auch hier ihre „Tauglich“-Sträußerln an und werden vom Bürgermeister eingeladen.

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